„Scheiße, ein Notfall!“: Dass Erste Hilfe nicht ernst und trocken sein muss, bewies Notarzt und Comedian Dr. Lüder Warnken bei seinem Besuch in der CSU-Landtagsfraktion.
Unter dem ebenso ungewöhnlichen wie einprägsamen Titel zeigte er auf Einladung des Vorsitzenden des Arbeitskreises Gesundheit, Pflege und Prävention, Bernhard Seidenath, wie einfach lebensrettende Hilfe sein kann - und warum Humor dabei helfen kann, Ängste und Hemmschwellen abzubauen.
Im Mittelpunkt stand sein Konzept „Notfall-3x1“, das Erste Hilfe auf drei typische Notfallsituationen und die jeweils entscheidenden Handgriffe reduziert: Ist jemand ansprechbar, aber in einer medizinischen Notlage, gilt es, Hilfe zu rufen und bei der Person zu bleiben. Ist jemand bewusstlos, atmet aber normal, hilft die stabile Seitenlage. Fehlt die normale Atmung, zählt jede Sekunde: Notruf 112 wählen und mit der Herzdruckmassage beginnen.
Bernhard Seidenath unterstrich als gesundheitspolitischer Sprecher: „Man muss kein medizinischer Profi sein, um Leben zu retten. Man muss sich nur trauen zu handeln. Wir wollen Lüder Warnkens Ansatz ab 2027 in mehreren Landkreisen in Bayern erproben und damit mehr Menschen befähigen, im Fall des Falles beherzt einzugreifen. Denn klassische Erste-Hilfe-Kurse bleiben wichtig, doch das Wissen muss auch im Alltag präsent sein. Wer eine solche Notsituation geübt hat, hat im Ernstfall weniger Hemmungen, einzugreifen und Hand anzulegen. Mit kurzen – zweistündigen – verständlichen und unterhaltsamen Trainings sollen möglichst viele Menschen erreicht werden. Das Ziel: Weniger Angst vor Fehlern, mehr Mut zum Helfen - und ein Bayern, in dem möglichst jeder zum Lebensretter werden kann: Bayern soll Besthelfer werden!“